Der Blues ist wohl der einzige Tanz weltweit, den jeder ohne Buch oder Tanzunterricht beherrschen kann. Geschichte: Der Blues ist eine 1920 in den USA entstandene Musikrichtung. In den Liedern voller Schwermut und Sehnsucht klangen die Stimmen der jahrhundertelang versklavten und ausgebeuteten nordamerikanischen Schwarzen. Der Modetanz Blues entwickelte sich als Ersatz für den Slow-fox.Tritt ab Anfang der 50er Jahre auch in Europa auf.
Taktfolge: Der Blues wird im 4/4-Takt getanzt. Auf jeweils zwei Taktteile kommt ein langsamer Schritt, auf je einen Takt ein schneller. Der Rhythmus für einen Grundschritt ist langsam - langsam - schnell - schnell.
Schrittfolge: Eine feste Tanzrichtung gibt es nicht, empfehlenswert ist es, kreisförmig gegen den Uhrzeigersinn um die Tanzfläche zu tanzen. Der Blues-Pendel-Grundschritt (Pendulum) beansprucht 1 1/2-Takte. Es empfiehlt sich, die Tanzfolge so zu tanzen, dass eine abgeschlossene Schrittfolge von 16 Takten entsteht
Der Cha-Cha-Cha ist ein munterer kesser Tanz – ein Flirt. Er ist ein Publikums-tanz, der durch aufgewecktes, selbstsicheres und aggressives Tanzen die Freude und Faszination der Tanzpartner füreinander wiederspiegelt. Der Reiz dieses Tanzes liegt in dem schnellen Aufdrehen der Tanzhaltung zu einer Promenade oder einer schwungvollen Platzdrehung. Der Cha-Cha-Cha gehört zu den beliebtesten Tänzen in Europa.
Typ: Lateinamerikanischer Tanz
Geschichte: Der Cha-Cha-Cha hat seine Wurzeln in Kuba. Als offen getanzter Schritt des Mambo kam er in den 50er Jahren nach Europa. Die schwer ver-ständlich klingende Mambomusik behagte den Europäern zuerst nicht, vom Cha-Cha-Cha-Schritt waren sie begeistert. Elemente aus anderen Tanzarten reihten sich auf der Basis des langsamen Mambo ein und verhalfen dem Cha-Cha-Cha zu einer besonderen Beliebtheit.
Taktfolge: Charakteristisch ist der 4/4-Takt; ein Grundschritt erstreckt sich über zwei Takte. Langsam beginnen und später das Tempo steigern; normal sind 30 bis 34 Takte pro Minute.
Schrittfolge: Cha-Cha-Cha wird am Platz getanzt, mit lebhaften Hüftbe-wegungen, wobei der Oberkörper jedoch ruhig gehalten werden soll. Der Grundschritt wirkt durch das erhöhte Tempo, der Kreuzschritte und der härteren Akzentuierung beweglich und sehr dynamisch. Die Bein- und Fuss-arbeit spielt bei diesem Tanz eine große Rolle, wodurch die Aktionen kraftvoll und schnell wirken sollen. Die durchgestreckten Beine und Knie sind ein Markenzeichen des Cha-Cha-Cha.
Der Discofox hieß in den 1970er Jahren Beatfox, der sich aus dem Foxtrott entwickelte, als die Swingmusik seltener, und gleichmäßige 4/4-Beat häufiger zu hören war. Parallel zum Discofox entwickelte sich in Amerika der Hustle, Disco-Hustle und Latin-Hustle. Der Discofox übernahm Figuren dieser Tänze, die ihn noch abwechslungsreicher und schöner machten. Im Gegensatz zum Standardtanz Foxtrott war Discofox ein stationärer Tanz, bei dem die Schritte vor allem zum Drehen an der Stelle und für Wickelfiguren verwendet wurden. Heute ist der Discofox mit dem amerikanischen Hustle zu Discofox/Hustle verschmolzen und besitzt bereits klassischen Charakter: Seit Jahren gehört Discofox/Hustle zum Welttanzprogramm.
Taktfolge: 4/4-Takt. Für einen Schritt jeweils 1 oder 2 Taktteile, je nach Geschwindigkeit der Taktschläge.
Foxtrott, auch Quickstep, ist ein heiterer, spritziger und lebendiger Tanz. Der Gesellschaftstanz im Viervierteltakt bietet sowohl für wenig als auch für viel Platz auf der Tanzfläche unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Für den Foxtrott sind langsam ausgeführte Vorwärts- und Rückwärtsschritte charak-teristisch, Drehungen nach rechts und links setzen Höhepunkte im Bewegungsstil.
Typ: Gesellschaftstanz, Turniertanz
Geschichte: Die Ursprünge des Foxtrott sind in der Ragtime und Onestep zu finden. Zunächst wurde er als Foxtrott mit 31 bis 33 Takten in der Minute getanzt. 1913 kam er nach England. Der neue Rhythmus, der durch die Be-tonung eines unbetonten Taktes (Synkope), jedem fremd erschien, löste eine unvorstellbare Erregung bei den Musikern und Tänzern aus.
Taktfolge: Getanzt wird der Foxtrott im 4/4-Takt mit einem Tempo von 52 Takten in der Minute.
Der Jive ist ein temperamentvoller, spritziger und fröhlicher Tanz. Die Tanz-paare wirken leicht und lebensfroh, unbekümmert spielen sie mit der Musik. Mit seinem deutlichen Rhythmus erinnert der Jive an den Rock'n'Roll.
Geschichte: Der Jive zählt zu den Nordamerikanischen Tänzen. Seine Wurzeln liegen im Boogie-Woogie. Der Jive ist eine Kombination aus verschiedenen Tanzarten. In der ein oder anderen Bewegungsformen tauchen Jitterbug, Boogie-Woogie und Bebop ebenso auf wie der bekannte Discofox. Seit 1968 gehört der Jive zum Turnierprogramm der Lateinamerikanischen Tänze.
Taktfolge: Der Jive steht im 4/4-Takt, das Tempo liegt zwischen 36 und 44 Takten pro Minute und wird quick-quick bzw. quick and quick gezählt.
Schrittfolge: Mit ihren Schritten betonen die Paare die musikalischen Ak-zente, wobei die Körper aufrecht sind und zwischen Oberkörper und Beinen soll ein kleiner Winkel sein. Die Jive-Schritte bestehen hauptsächlich aus Elementen Rock (Wiegeschritt) und Chasse (Wechselschritt mit Rollen und Hüften).
Sonne der Tropen - Lambada - hat einen sambaähnlichen Rhythmus, basiert auf dem Merengue und ist leicht zu tanzen. Im Sommer 1989 bringt die Pop-gruppe Kaoma den Musiktitel heraus. Die Musik entwickelte sich schnell zum Hit.
Typ: Modetanz
Schrittfolge: Lambada wird mit gebeugten Knien getanzt und die Füße ste-hen immer ein bisschen auseinander. Die Tanzhaltung sollte erotisierend eng sein und die Hüften schwingen entgegengesetzt zu den Schritten deutlich sichtbar hin und her.
Der langsame Walzer gehört mit seinen fliessenden, schönen, runden und weichen Bewegungen zu den schönsten Tänzen überhaupt. Er ist einer der Tänze, die weltweit gleich getanzt und unterrichtet werden.
Typ: Gesellschaftstanz / Standardtanz
Verwandte: Wiener Walzer
Geschichte: Die Ursprünge des Walzers gehen bis ins 12. und 13. Jahrhun-dert zurück. Seine Wurzeln hat er in den paarweise getanzten Werbe- und Drehtänzen. Der langsame Walzer entwickelte sich aus dem Boston. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er im langsamen Bostontempo und Bostonfiguren - offene und geschlossene Wechsel, Drehungen und Zögerwechsel - getanzt. Daraus entstand der Walzer, wie er heute noch getanzt wird.
Taktfolge: Der langsame Walzer wid im 3/4-Takt getanzt; jeder Tanzschritt bekommt einen Taktteil. Ein langsamer Walzer hat etwa 30 Takte pro Minute.
Geschichte: Mambo war zunächst eine Bezeichnung afrokubanischer Musik. Das Wort Mambo stammte aus dem religiösen Bereich und bedeutete soviel wie heilige Handlung, aber auch Versammlung, Gespräch. Die Trommeln als heilige Geräte redeten miteinander und auch mit den Göttern. Diese poly-metrische Unterhaltung, d. h., dass jeder Musiker individuell seinen eigenen Rhythmus in verschiedenen Tonlagen schlug, nannte man Mambo. Auch im modernen Mambo kann man die Überschneidung und Verbindung unterschied-licher Rhythmen finden. Der in Kuba geborene Anselmo Sacasas entwickelte den ersten Mambo-Stil. Sein 1944 erschienener Mambo war in allen Hitlisten zu finden. Unter den vielen afrokubanischen Tanzorchestern war das von Machito berühmt und führend im Mambo-Stil. Im Zweiten Weltkrieg, als kubanische Musiker nach den USA einwanderten, kam es zur Verflechtung des nordamerikanischen Jazz mit den kubanischen Rhythmen ("Afro-Cuban-Jazz"). Vor allem die Betonung des damaligen Swing auf die Taktschläge 2 und 4 faszinierte die kubanischen Musiker, so dass sie diesen Rhythmus für den Mambo übernahm. Der Tanz Mambo orientierte sich an den vorgegebenen Rhythmen, man griff auf originalkubanische Schritte zurück: seit - vor - rück, seit - rück - vor (sqq, sqq), und legte damit das englische System der Rumba zugrunde. Nach dem Krieg herrschte jahrelang völlige Verwirrung über die Technik und Ausfüh-rung des Mambo. Schliesslich konnte sich als Sprössling der langsamer gespielte Cha Cha Cha durchsetzen und in England blieb der "Cuban-Style" in der Rumba enthalten. Nach jahrzehntelanger Vergessenheit hat im Jahre 1987 eine Filmwelle den Mambo wieder ins Bewusstsein vor allem der jungen Leute geholt. Mit "Dirty Dancing", dem Filmhit aus den USA mit seinem Hauptdarsteller Patrick Swayze, brach ein Tanzfieber aus. Mit unbeschreiblicher Begeisterung und grosser Leidenschaft versuchten Jugendliche im Dirty-Dancing-Look den erotischen Stil des Mambo auf dem Tanzparkett, bei Tanzwettbewerben und in der Mode umzusetzen.
Das Wort "Salsa" ist nicht der Name eines Tanzes oder einer Tanzfigur; das Wort bedeutet "heiss", im Sinne von scharf, würzig. Salsa ist eine besondere Art Mambo zu tanzen. Der "Salsero" interpretiert die Musik mit lebhafteren Armbewegungen und mit schnellen Drehungen.
Der Merengue ist ein Volkstanz aus Haiti, der Dominikanischen Republik und Puerto Rico. Die neue Merengue ist einfach zu tanzen und lässt viel Raum für eigene Fantasiefiguren. Ihre Figuren sind stark vom Hustle beeinflusst, die Armhaltung erinnert an den Mambo/Salsa.
Geschichte: In Europa tauchte Merengue erstmals nach dem Zweiten Welt-krieg auf. Beliebt wurde er erst Anfang der 1980er durch die südamerikanische Popmusik.
Der Paso doble ist die tänzerische Darstellung des Torreros mit seiner Capa, dem roten Tuch. Die Dame als Capa folgt der Führung des Herrn selbstbe-wusst, distanziert und wendig. Der Herr als Torrero zeigt sich entschlossen, kühn und stolz. Die Anspannung der Körper ist für das Publikum zu spüren. Der Paso doble ist der schnellste lateinamerikanische Tanz.
Typ: Lateinamerikanischer Tanz
Geschichte: Der Ursprung des Paso doble ist in Spanien zu finden. Übersetzt bedeutet Paso doble "Doppelschritt". Als Weiterentwicklung des Onestep, eines aus Amerika kommenden Gesellschaftstanzes, der in den Jahren 1912 bis 1925 getanzt wurde, zählt zu den Marschtänzen. Als Twostep, meist im Zweiviertel- oder Sechsachteltakt gespielt, ist er als Paso doble bekannt. Heute zählt er zu den Lateinamerikanischen Tänzen.
Taktfolge: Der Paso doble hat 2/4-Takt, gezählt wird slow-slow und hat 60 bis 62 Takte pro Minute, Turniertanz 62.
Musikbeschreibung: Die Musik der Paso doble ist energisch, klar strukturiert, streng und gewaltig. Der wohl bekannteste gespielte Paso Doble ist "Espana Cani", auf dessen Phrasen sich auch die Tänzer mit ihrer Choreographie ein-gestellt haben, was für Turniere unerlässlich ist.
Die Rumba ist ein erotischer Werbetanz aus Kuba. Seine Wurzeln liegen in afrokubanischen Rhythmen des 19. und 20. Jahrhunderts. Das Wort Rumba bedeutete ursprünglich Fest oder Tanz. Der erste Rumba-Schlager erschien 1930 "The Peanut Vendor", die erste Rumba-Choreografie tauchte 1931 in England auf, die von den Franzosen und Deutschen übernommen wurde. Die Rumba wurde als sechster Standardtanz in das Turnierprogramm aufgenom-men.
Typ: Lateinamerikanischer Tanz, Turnier- und Breitensporttanz
Verwandte: Samba
Takt: Die Rumba wird im 4/4-Takt mit der Betonung auf eins und drei gespielt. Auf Turnieren wird die Rumba mit 28 Takten pro Minute getanzt.
Der Samba ist ein afrobrasilianischer Tanz und wird den "Latein- und nord-amerikanischen Tänzen" zugeordnet. Entstanden in Brasilien im 19. Jahr-hundert, seit 1924 in Europa verbreitet, seit 1959 Turniertanz, seit 1963 im Welttanzprogramm. "Samba" ist ein Sammelbegriff für an die hundert brasilianische Tanzarten, die von den in Brasilien eingewanderten Afrikanern, besonders den Bantuvölkern, mitgebracht wurden. Auch der Samba hat seinen Ursprung in den kultischen Tänzen Altafrikas. 1914 kam der Vorläufer der Samba, die Maxixe, nach Europa, was einiges Aufsehen erregte. 1924 gelangte der Samba erstmals nach Europa. Als Gesellschaftstanz setzte sich der Samba aber erst 1949 durch. Was aber in Europa als Modetanz "Samba" getanzt wurde, war eine sehr vereinfachte Form der eleganten Grazie der Original-Samba, denn für den mitteleuropäi-schen Sambatänzer sind die den Südamerikanern angeborenen Bewegungen kaum zu erlernen.
Typ: Latein- und nordamerikanischen Tanz
Taktart: 2/4 Takt. Tempo - 50-58 Takte/Minute, bei Turnieren 54 Takte/Minute
Tango - Verheißung und Illusion, Liebe und Haß, Enttäuschung und Melan-cholie, Freude und Hass. Dieser Tanz der Leidenschaft wird eng umschlungen getanzt und immer wieder wird inne gehalten, das eine Spannung hervorruft, in der sich Musik und Tanz gegenseitig beeinflussen. Der Tango lebt von der Spannung zwischen Dame und Herr, vom improvisierten Spiel ihrer Beine, die zärtlich streicheln und rasant hakeln können und von der Nähe und Distanz des Paares.
Typ: Standardtanz
Geschichte: Tango Argentino - der traditionelle argentinische Tango ent-stand um 1880 in den Einwanderervierteln am Rio de la Plata, an dessen Mündungsdelta Buenos Aires. Dieser spanisch-kubanische Volkstanz entstand aus der Habanera, um die Jahrhundertwende wurde er zum Gesellschaftstanz.
Der Wiener Walzer ist das Glanzstück der Walzer: Kreisende Wogen von Tanz-paaren, erfasst vom Dreivierteltakt. Trotz seiner relativ hohen Geschwindig-keit strahlen die Bewegungen kaiserliche Erhabenheit aus. Er ist der älteste und traditionsreichste Gesellschaftstanz und hat seinen Glanz nie verloren.
Typ: Gesellschaftstanz / Standardtanz
Verwandte: Langsamer Walzer
Geschichte: Die Anfänge des Walzers sind in den deutschen und österreich-ischen Bauerntänzen des Mittelalters zu finden. Der Ausdruck "walzertanzen" erklärt sich von der drehenden Bewegung der Füße am Boden. Der Walzer gilt als Träger der gesellschaftlichen Revolution. Der Wiener Walzer brachte ein Phänomen mit sich, das gerade angesichts der heutigen Tanzszene von Inte-resse ist: Erstmals in der Geschichte des europäischen Gesellschaftstanzes entstanden durch den Walzer frei tanzende Individuen, die sich in der ununterbrochenen Drehbewegung einer rauschartigen Tanzekstase hingaben.
Taktfolge: Der Wiener Walzer steht im 3/4-Takt. Es werden 60 Takte pro Minute getanzt.